Aalstrich
Langer, schmaler, und dunkler Haarstreifen in der Mitte des Rückens, welchen man als Aalstrich bezeichnet.

AAM Angeborener Antriebs-Mechanismus
Im Zusammenspiel mit den angeborenen und erworbenen AM bewirkt er, dass Organismen spontan aktiv werden, volkstümlich „Trieb“ genannt. Das Tier reagiert auf einen Reiz.

AAM [Angeborener Auslöse Mechanismus]
Man kann dies auch als angeborenes Erkennen oder Instinkthandlung bezeichnen. Es ist die Vorstellung von einer dauernd auflaufenden zentralen Erregungsproduktion im Gehirn, die durch zuständige Stellen dauernd in Schranken gehalten wird. Diese Hemmungen müssen im biologisch richtigen Augenblick beseitigt werden.

Beispiel: Der Suchautomatismus beim Welpen – ein rhytmisches Kopfpendeln beim Brustsuchen – wird dann gehemmt, wenn der Welpe mit dem Mund die Brustzitze berührt.

Aasfressen
Nicht erwünschte Eigenschaft aus der Wildhundvergangenheit zum Ausgleich des Säure- und Basengleichgewichts. Aas (reifgewordenes Fleisch) ist im Gegensatz zu verdorbenem Fleisch ungefährlich.

Abbrechen
Einem Hund, der sich in einem Stück Wild verbissen hat, mit einem Knebel oder Prahm (T-förmiges Stück Eisen) das Maul öffnen

Abdomen
Bauchhöhle, ist von der Brusthöhle durch das Zwerchfell getrennt. Die Bauchhöhle wird von Bauchfell ausgekleidet. Sie enthält die Bauchorgane.

Abhalsen
Abnehmen des Halsbandes

Ablegen
Erziehung zum Platznehmen – und halten. Der Hund darf seinen Platz nur auf Befehl verlassen.

Ableinen
Den Hund von der Leine lösen

Abpfeifen
Rufen des Hundes durch besonderen Pfiff, z.B. mit der Hunde-Pfeife.

Abrufen
Den Hund durch einen Zuruf, Pfiff oder durch Sichtzeichen zur Rückkehr auffordern.

Abstammungsnachweis
Für jeden Rassehund wird von der Zuchtbuchstelle des Rassehundvereins eine Ahnentafel ausgestellt.

Abszeß
Ein Abszeß ist eine Eiterbeule

Abzahnen
Der Junghund wechselt in der Regel zwischen dem 4. und 7. Monat das Milchgebiss; in dieser Zeit braucht er kalkreiche Nahrung. Etwa ab den 9. Monat ist das bleibende Gebiss fertig ausgebildet.

Abzeichen
Unter Abzeichen verstejt man alle regelmäßigen und unregelmäßigen Flecken und/oder Farbverschiebungen im Fell.

Adult
Ausgewachsen, erwachsen, geschlechtsreif. Steht oft auf Hundefutterpackungen als Altersangabe.

Afterklaue, Afterzehe, Afterkralle
Auch unter Wolfskralle bekannt.

Bei einigen Hunderassen an der Innerseite der Hinterläufe wachsender Daumen. Afterkrallen sind häufig verkümmert. In der Regel werden sie bereits im Welpenalter entfernt, da eine latente Verletzungsgefahr besteht, wenn der Hund mit der Afterklaue im Gebüsch hängen bleibt. Bei manchen Rassen gehört die Afterkralle zum Zuchtstandard, sie wird bei diesen Rassen normalerweise nicht entfernt (z.B. Pyrenäenberghund).

Afterkralle
Als Afterkralle bezeichnet man die fünfte Zehe an der Innenseite der Hinterläufe; wird meist entfernt im Welpenalter um Verletzungen vorzubeugen. Bei manchen Rassen z.B. Berger de Brie (Briard), Beauceron werden die Afterkrallen aber nach dem Standard verlangt. Bei den vorgenannten Rassen sind die Afterkrallen sogar doppelt vorhanden.

Aggression
Aggression ist eine Sammelbezeichnung für alle Elemente des Angriffs-, Verteidigungs- und Drohverhaltens. Es werden damit eine Vielzahl von Verhaltensweisen unterschiedlicher Bedeutung und Verursachung zusammengefasst. Aggression kann zwischen Artgenossen oder zwischen Angehörigen verschiedener Arten auftreten.

Aggressivität
Bedeutet die Bereitschaft zur gegnerischen Auseinandersetzung. Aggressivität ist viel ursächlich und entspringt nicht einem gemeinsamen Trieb, wie ehemals angenommen wurde.

Agility
Geschicklichkeitssport mit Hund

Agonistisches Verhalten
Agonistisches Verhalten steht als übergriff für sämtliche Verhaltensweisen, welche mit kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen Individuum in Zusammenhang stehen. Es umfasst dabei sowohl Angriffsverhalten als auch Fluchtverhalten, bezieht also aggressive und defensive Verhaltensweisen ein (Annähern, Imponieren, Drohen, Angreifen, Abwehren, Beschwichtigen, Unterwerfen, Fliehen).

Dem agonistischen Verhalten liegen lebensnotwendige Ansprüche hinsichtlich Raum, Nahrung, Fortpflanzungspartnern, Betreuung von Nachkommen zu Grunde.

Ahnentafel
Ahnentafel auch Pedigree genannt ist der Abstammungsnachweis eines Rassehundes. Die Ahnentafel wird vom jeweiligen Zuchtbuchamt ausgestellt und gibt Auskunft über Herkunft und Rassereinheit des Hundes.

Ahnenverlust
Vererbbare Eigenschaften, die aber nach zwei oder mehreren Generationen nicht mehr auftreten und der Zuchtlinie verloren gehen.

Albinismus (Albino)
Durch Mangel von Farbpigmenten nahezu weisse Tier, dessen Augen rötlich erscheinen.

Albino
Als Albino wird ein Tier mit vererbbarem, unerwünschten Mangel von Farbstoffen (Pigmenten) in der Haut und den Haaren bezeichnet.

Alpha Tiere
Viele Wirbeltiergesellschaften weisen eine soziale Hierarchie, eine so genannte Rangordnungsstruktur auf. Im extremen Fall ist dabei der ganze Verband durchstrukturiert und jedes Tier hat einen festen sozialen Status. An der Spitze der Hierarchie steht das Alpha Tier.

Auch in Wolfsrudeln existiert eine Rangordnungsstruktur mit einem weiblichen und männlichen Alpha-Tier an der Spitze. Leben mehrere Hunde zusammen, entwickelt sich ebenfalls eine Rangordnung. Sie ist meistens nicht so fest gefügt wie beim Wolf. Im Sozialverband von Mensch und Hund sollte unbedingt der Mensch die Rolle des Alpha-Tiers einnehmen.

Alpha-Tier
Ein Begriff aus der Verhaltensforschung. Als Alpha-Tier bezeichnet man das ranghöchste Tier im Hunderudel

Altruismus
Uneigennütziges Verhalten, das hauptsächlich in 3 Bereichen auftritt: gegenseitiges Warnen und Verteidigen, Hilfe bei der Aufzucht von Jungtieren und bei der Übergabe von Nahrung an Nachkommen oder Rudelmitglieder

Anal-Fissur
Eine Analfissur ist ein Längsriss der Schleimhaut im Bereich des äusseren Enddarms. Durch die Gefahr zur Entzündung und einer unvollständigen Abheilung sprechen Mediziner auch von einem Ulkus (Geschwür).

Analfissuren gehören zu den Enddarmerkrankungen. Es gibt die akute und chronische Analfissur. Symptome werden oft als Zeichen von Hämorrhoiden fehlgedeutet.

Analdrüse
Die Analdrüsen befinden sich neben der Afteröffnung des Hundes. Sie produzieren eine stark riechende, schwarze Paste die mit Kot zusammen abgesetzt wird. Der Geruch diese Analdrüsensekretes ist im gesamten Revier des Hundes vorhanden und identifiziert den Hund einem fremden Hund gegenüber als Revierinhaber.

Analgesicht
Durch Absonderungen der Analdrüse ergibt sich eine individuelle Duftvisitenkarte im Analbereich des Hundes

Analkontrolle
Begrüssungsritual zwischen Hunden. Durch gegenseitiges Präsentieren und ausgiebiges Beschnüffeln der Analregion wird der fremde Hund „erforscht“.

Antihormon
Synthetische Stoffe, welche eine Wirkung von Sexualhormonen aufheben, wie zum Beispiel Steroide. Die gebräuchlichsten sind die Antiandrogene, wieB.Cyproteron und Cyproteronacetat, für Östrogene (Tamoxifen). Die Läufigkeit der Hündin läßt sich durch Hormongaben unterdrücken durch zum Beispiel Dolvosteron.

Angeborene Lerndispositionen
Nicht jedes Tier lernt zu jeder Zeit gleich gut. Das Lernen ist vielmehr programmiert: durch angeborene Lernbegabung oder sensible Zeitspannen, in denen aus Erfahrung etwas Bestimmtes wird.

Angstbeisser
Scheue und ängstliche Tiere können sich zu sogenannten Angstbeissern entwickeln. Nähert man sich solchen Hunden und überschreitet dabei die imaginäre, kritische Distanz des scheuen Hundes, löst dies beim Hund den Fluchttrieb aus.

Dabei kann es aber auch zu einem Angriff durch den Hund kommen. Dies beruht auf seinen Selbstverteidigungstrieb. Der Hund beisst aus Angst vor einer, aus seiner Sicht, bedrohlichen Situation.

Ankörung
Junghunde werden bei der Ankörung auf die Zuchttauglichkeit, nach dem Standard der jeweiligen Rasse, geprüft. Die Körung entscheidet über die Zulassung zur Zucht.

Anthropomorphismus
Anthropomorphismus (griechisch anthropos: Mensch; morphein: bilden, formen) ist die Vorstellung oder Unterstellung von menschlichen Eigenschaften und Verhaltensweise in der Natur.

Hierbei werden den Tieren Verhaltenseigenschaften zugesprochen, die höheres Bewußtsein oder sogar Einsicht voraussetzen. Diese weit verbreitete Tendenz verhindert die artgerechte Haltung von Tieren in Menschenobhuten und sorgt häufig für Mißverständnisse.

Antiphlogistikum
Entzündungshemmendes oder –abschwächendes Arzneimittel, wirkt u.a. durch Hemmung der Histaminbildung; es bestehen fließende Übergänge zwischen Antiphlogistikum und Antirheumatikum

Apfelkopf
Kopfform bei einigen Zwerghundrassen, die der eines Apfels ähnelt, z.B. Chihuahua

Appetenz -Verhalten
Tendenz, die sich auf das Erreichen eines Zieles ausrichtet: ein Bedürfnis.

Beispiel
Ein Hund, der „Appetit“ nach dem Jagen und Beutemachen bekommt, strebt danach, durch Totschütteln und Zerbeissen einer natürlichen oder Ersatzbeute (Gegenstände) dieses Bedürfnis abzureagieren.

Apportieren
Das Bringen von Gegenständen, in der Regel auf Befehl. Das Apportieren ist für den Hund eine natürliche Verhaltensweise und kommt aus dem Jagdverhalten (Beutetragen).

Ascaridae
ascaridae ist ein anderer ausdruck für spulwürmer. Ascariden [lat. Ascaridae], Spulwürmer

Aufreiten
Bezeichnung für das Bespringen des Sexualpartners, aber auch als Frustrations- oder Dominanzgeste.

Aujetzki- Virus
Rohes Schweinefleisch ist für Fleischfresser wie Hund, Katze und Frettchen überaus gefährlich, da es oft das Aujetzki- Virus enthält. Für den Menschen ist dieses Herpesvirus unbedenklich, Tiere können daran sehr schwer erkranken. Besonders dringlich sind Hundehalter vor der Verfütterung roher Schweineknochen zu warnen. Sie enthalten das Virus ebenfalls!

Backenpartie
In der Backenpartie treffen Ober- und Unterkiefer zusammen

Befederung
Als Befederung bezeichnet man das lange Haar an Ohren, Brust, Läufen, Bauch und Rute

Behang
Herabhängende Ohren bei Hunden bezeichnet man als Behang.

Behindertenbegleithund
Das Einsatzgebiet von Behindertenbegleithunden ist bei Behinderten mit Schwerbehindertenausweis. Die Hunde werden, nach einem umfangreichen Grundprogramm, individuell für den und mit dem Behinderten ausgebildet. Ausbildungsdauer ca. 2 Jahre. Die Ausbildung beginnt bereits in der ersten Lebensminute.

Belegen
Das Decken der Hündin durch den Rüden wird als Belegen bezeichnet.

Blendling
Der zoologisch richtige Ausdruck für Bastard oder Mischling

Blenheim
Farbbezeichnung für kastanienbraun und weiß

Blesse
Weißer Streifen vom Schädel zur Nasenspitze

Blue Merle
Auch Blauschecke genannt. Tigerung bei Collies, Doggen und Dackel. Die Erbanlage Merlefaktor kann von Mißbildungen wie Blindheit und Taubheit begleitet werden

Caniden
Hundeartige Rudeltiere der Familie Canidae

Caninus
Eckzahn, Fangzahn, Hakenzahn, Hundezahn. Kommt in Ober- und Unterkiefer jederseits in der Einzahl vor.

Championat
Siegertitel für Hunde, die dem Zuchtziel, dem Standard der Rasse am nächsten kommen

Charakter
Summe der Eigenschaften und Eigentümlichkeiten, die die Individuen einer Rasse besitzen oder die bei ihnen gehäuft vorkommen: Temperament, Lernfreudigkeit, Ausdauer, Kampftrieb oder besondere Anhänglichkeit

Chip
Ein am Hals unter die Haut implantierter Microchip übermittelt einem Lesegerät einen Zahlencode. Anhand des individuellen Codes kann der Hund eindeutig identifiziert werden

Chromosomen
Träger der Erbanlagen, Hunde haben 39 Chromosomenpaare

Coursing
Hetzen eines im Zickzackkurs gezogenen künstlichen Hasens im Windhundesport. Bewertet werden die Schnelligkeit und die Geschicklichkeit